Mädchenchor-Vita

Der Mädchenchor am Essener Dom wurde im Herbst 1992 auf Wunsch des Essener Domkapitels vom damaligen Domkapellmeister Raimund Wippermann gegründet. Damit konnte an der Essener Kathedralkirche neben den Essener Domsingknaben und dem Essener Domchor ein dritter Chor geschaffen werden, der auch jungen Mädchen die Mitgestaltung der Essener Dommusik in Liturgie und Konzert ermöglicht.
Im Laufe der Jahre seiner Arbeit hat sich der Chor zu einem Ensemble mit hoher Qualität und einem eigenen Profil entwickelt, das aus der Essener Dommusik und dem kulturellen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken ist.

Etwa 70 Mädchen im Alter zwischen 6 und 24 Jahren treffen sich regelmäßig zweimal pro Woche zu einer zweistündigen Probe. Zeitnah zu den Proben erhalten die Mädchen einzeln Stimmbildung bei drei Gesangspädagoginnen. Auf Wunsch und im Rahmen der personellen Möglichkeiten können sie ihre in den Chorproben erworbenen Kenntnisse im Instrumentalunterricht erweitern und vertiefen.

Sinn dieser Arbeit – über die Bereicherung der Essener Dommusik hinaus – ist es,

  • bei den Mädchen mit der Freude am Singen ein Gefühl für das jedem Menschen gegebene ´Instrument Stimme´ zu wecken und zu fördern,
  • den Chor-Mädchen eine umfassende und gründliche musikalische Ausbildung zu geben,
  • durch den selbstverständlichen Umgang mit anspruchsvoller Chormusik das Empfinden für Reichtum und Tiefe wirklich guter Musik wachzurufen und zu schulen,
  • in der Arbeit mit ´geistlicher Musik´ das Gespür wach zu halten für Fragen im Bereich unseres christlichen Glaubens.

Gemeinsam mit dem Essener Domchor und den Essener Domsingknaben ist der Mädchenchor am Essener Dom in erster Linie für die musikalische Gestaltung der Kapitels- und Pontifikalämter an Sonn- und Feiertagen verantwortlich, darüber hinaus ist er eingebunden in die Reihe der Essener Domkonzerte. Außerdem tritt er durch die Mitwirkung in Gottesdiensten und Konzerten in anderen Gemeinden auch über die Grenzen der Stadt und des Bistums Essen hinaus in Erscheinung. So führten in Konzertreisen zur EXPO in Hannover, zu den Musikfestspielen Saar (2001), mehrfach nach Italien und Skandinavien, im Herbst 2011 und 2012 zum Festival VokalStern in Rheinland-Pfalz, sowie 2013, 2015 und 2017 zur chor.com nach Dortmund.

Im November 2001 gewann der Chor beim Landes-Chorwettbewerb NRW in der Kategorie der Mädchenchöre den 1. Preis und nahm im Mai 2002 als Vertreter des Landes NRW am 6. Deutschen Chorwettbewerb in Osnabrück teil, wo er mit einem 2. Preis ausgezeichnet wurde. Im November 2009 gewann der Chor beim Landes-Chorwettbewerb NRW als bester aller teilnehmenden Chöre den 1. Preis, beim 8. Deutschen Chorwettbewerb, der vom 12. – 15. Mai 2010 in Dortmund ausgetragen wurde, errang der Chor den 1. Preis in der Kategorie D 2 (Mädchenchöre) und erhielt den Sonderpreis für hervorragende Interpretation eines zeitgenössischen Chorwerkes für seine Darbietung des Stückes ´Triumf att finnas till´  der schwedischen Komponistin Karin Rehnqvist.

Im Herbst 2000 wurde der Chor ausgewählt, am Projekt des AMJ (Arbeitskreis für Musik in der Jugend) ´Komponisten schreiben für Kinder- und Jugendchöre´ teilzunehmen, woraus sich eine intensive Zusammenarbeit mit dem Komponisten Rolf Rudin ergab, der zwei Motettenzyklen –  ´Weg zum Licht´ und ´Irische Segenswünsche´ (UA: Oktober 2001/Bensheim) – sowie die Motette World Why die´ (UA März 2003/Essener Dom), eigens für den Mädchenchor am Essener Dom komponierte.

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Chores ist die Beschäftigung mit zeitgenössischer Musik. Dies geschieht  vor dem Hintergrund und in der Überzeugung, dass die systematische Beschäftigung auch  mit unbekannten und zunächst fremd und ungewohnt erscheinenden Inhalten eine geistige Haltung der Offenheit und Unvoreingenommenheit fördert, die der Entwicklung zu einer toleranten Persönlichkeit zuträglich ist. Mehrfach wurde der Chor zu Workshops über Fragen der Kinder-Stimmbildung und der Erarbeitung von zeitgenössischer Chormusik eingeladen, um in öffentlichen Proben und Konzerten seine Arbeitsweise zu präsentieren. 

Eine große Bereicherung der musikalischen Arbeit war 12 Jahre lang die Zusammenarbeit mit der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, die dem Mädchenchor die Arbeit mit großen oratorischen Werken ermöglichte. Die musikalische Arbeit des Chores wird dokumentiert durch zahlreiche CD – Aufnahmen.


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