BACH!

Mittwochabends nach Mariä Himmelfahrt im Essener Dom

18. Internationaler Orgelzyklus

Bach, so heißt es, sei Anfang und Ende aller Musik. Wenn sich der diesjährige 18. internationale Orgelzyklus am Essener Dom nun allem dem annimmt, was die Wege vor und zu Bach waren, was in seinem Umfeld geschah und welche unterschiedlichen Traditionen aus der Pflege seiner Musik erwachsen sind, soll das dieses Zitat von Max Reger nicht in Frage stellen. Im Gegenteil: so, wie Komponisten seit über 250 Jahren die Buchstaben seines Namens als Inspiration für ihr Schaffen nehmen, so stellen sich auch die diesjährigen sechs Abende der traditionsreichen Konzertreihe in eine solche, gewissermaßen ideelle Erbfolge des großen Thomaskantors.

Dabei geben die Schwerpunkte der Gäste Gelegenheit zu ganz unterschiedlichen Betrachtungsweisen: so wird ein ausgewiesener Spezialist für Alte Musik wie Léon Berben ein völlig anderes Programm zusammenstellen als Prof. Dr. Ludger Lohmann, einer der Organistenmacher der letzten Jahrzehnte. Demgegenüber wird der Principal Organist der Bamberger Symphoniker und Rotterdamer Orgelprofessor Christian Schmitt sicherlich Einflüsse seines reichen Wirkens auf den Konzertbühnen dieser Welt in den Vordergrund stellen, während der jüngst berufene Luzerner Hoforganist Stéphane Mottoul an einem Instrument wirkt, das, auf romantischem Bestand basierend, im 20. Jahrhundert auch dahingehend verändert wurde, als gemäß seinerzeit herrschendem Zeitgeschmacks die Interpretation Bachscher Orgelwerke wieder besser möglich sein sollte.

Inhaltlich flankiert von den Gesprächskonzerten auf der Orgelempore, gilt es an diesen Abenden also einmal mehr, sich auf den Klangfarbenreichtum der Domorgel zu freuen und gespannt darauf zu sein, welche Interaktionen sich mit all diesen unterschiedlichen Persönlichkeiten und Schwerpunktsetzungen ergeben werden.

 

Und, schlussendlich: wie Bach seine Werke gegenzeichnete mit S.D.G., dem Soli Deo Gloria bzw. Allein Gott zu Ehren – wie schöner könnte man Musik erleben?

Die Essener Domorgel – im Jahr 2004 erbaut, wird sie im April 2022 volljährig...

Die Konzerte bleiben im organisatorischen Ablauf identisch: nach guter Tradition wird eine Videoübertragung realisiert, der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Frauen!

Frauen und Kirche, Frauen und Orgel – mittwochabends nach Mariä Himmelfahrt im Essener Dom

17. Internationaler Orgelzyklus

Nach einem Jahr schmerzlicher, gleichwohl notwendiger Corona-Pause können endlich wieder Orgelkonzerte im Essener Dom stattfinden. 

Nach unterschiedlichsten Themen wie "Dances", "Inferno" oder einfach nur "Schön" in den vergangenen Jahren widmen sich diese sechs Abende nun also einem Thema, das einerseits so alt wie die Menschheit ist und andererseits in seiner Aktualität auch und besonders im Raum der Kirche von besonderer Präsenz ist: Frauen.

Bei diesen Konzerten von einigen der profiliertesten Organistinnen unserer Zeit steht im Mittelpunkt die Freude an dem, was die Auseinandersetzung des Weiblichen resp. der Weiblichkeit mit Musik und Theologie hervorgebracht hat, denn es ist ja durchaus besonders:
Die Heilige Cäcilia ist die Schutzpatronin der Kirchenmusik. Gleichzeitig war aber noch für den (protestantischen!) Johann Sebastian Bach das Musizieren mit einer frembden Jungfer ein arbeitsrechtliches Problem.
Im täglichen Stundengebet erklingt der Lobgesang Mariens, das Magnificat. Gleichzeitig stellen sich zahlreiche Menschen unter den Schutz der Gottesmutter, wenn sie ihren Namen für die Bewegung Maria 2.0 und deren Ziele wählen. 
Beim Singen des Liedes Wie schön leuchtet der Morgenstern spricht die versammelte Gemeinde von sich als Braut (nämlich Christi) – auch die Männer. 

Kurz: es gibt viele Gedanken, die bei diesem Motto aufkommen mögen.

Geradezu das Ave Maria (von Bach-Gounod) erklingt in diesen sechs Konzerten genauso wie Werke von Komponistinnen wie Clara Schumann (sie zierte einst eine wertvolle D-Mark-Banknote) oder Sofia Gubaidulina, es wird wild, wenn der Walkürenritt in eine Orgelfassung gebracht wird. Nochmals herausgehoben ist sicherlich ein Abend, in dem die Schöpfung in Töne gebracht ist: mit Prof. Sophie-Veronique Cauchefer-Choplin kommt die Frau an den Dom, die seit Jahrzehnten mit der großen Cavaillé-Coll-Orgel in St. Sulpice eine der bedeutendsten Orgeln der Welt unter den Fingern hat.

Gleichzeitig ist mit Alina Nikitina eine Bach-Preisträgerin des Leipziger Bach-Wettbewerbs zu Gast, mit Prof. Anna-Victoria Baltrusch konzertiert Deutschlands jüngste Orgelprofessorin – und die Orgelbank wird zum Schwiegermuttersitz, wenn mit Ute Gremmel-Geuchen nicht nur eine ECHO-KLASSIK-Preisträgerin, sondern auch die Schwiegermutter des Domorganisten musizieren wird.

 

Kurz: Frauen und die Orgel – auch ohne die anfangs genannten Überlegungen verspricht dieses Motto sechs sehr besondere Abende.

Termine 2021

19:30 Uhr
Werke von Bach-Gounod ("Ave Maria"), Jean Françaix (Suite carmelite), Dieterich Buxtehude (Magnificat primi toni), eine Orgelsymphonie über Lieder von Komponistinnen und Dichterinnen u.a.
19:30 Uhr
Bachpreisträgerin des internationalen Leipziger Bach-Wettbewerbs
Werke von Bach, Wagner (Walkürenritt), Jeanne Demessieux, Rachmaninoff, Vierne und Alain (Litanies)
19:30 Uhr
Werke von Johanna Senfter, Malika Kishino (Uraufführung), Fanny Hensel, Liszt (Totentanz) u.a.
19:30 Uhr
Werke von Clara Schumann, Sofia Gubaidulina (hell und dunkel), Koch-Raphael (Uraufführung), Rheinberger und Dupré
19:30 Uhr
Werke von Liszt, Guillou, Ferjenčiková, Improvisation
19:30 Uhr
Die emeritierte Orgelprofessorin springt für die coronabedingt verhinderte Prof. Sophie-Veronique Cauchefer-Choplin mit Werken u.a. von Bach und der französischen Symphonik ein
Sebastian Küchler-Blessing
Domorganist
An St. Quintin 3
45127 Essen

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