Segelfahrt der Männerstimmen
Am Freitag machten sich die Männerstimmen der Domsingknaben gemeinsam mit einigen Mutanten auf den Weg zur Nordsee. Nachdem alle Einkäufe erledigt und das Gepäck verladen war, genossen wir unser erstes gemeinsames Abendessen – danach ging es recht bald ins Bett.
Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, damit wir das Wetter voll nutzen konnten. Bevor es jedoch richtig losgehen konnte, mussten alle noch ein paar grundlegende Knoten lernen. Anschließend packten wir die Segel aus und legten ab. Zunächst fuhren wir mit Motorkraft in Richtung IJsselmeer. Um dorthin zu gelangen, passierten wir eine Schleuse. Kurz dahinter setzten wir zum ersten Mal die Segel und segelten geradewegs in Richtung Enkhuizen.
Während der Fahrt konnten wir in der Ferne einige Gewitter beobachten, die glücklicherweise an uns vorbeizogen. Zwar regnete es, doch die größere Herausforderung waren die Wellen – viele von uns wurden dabei ziemlich nass. Nach der Überfahrt mussten wir die Segel wieder einholen, was im Windschatten der Hafeneinfahrt geschah. Gemeinsam wurden die Segel gefaltet und ordentlich verstaut. Danach legten wir zum ersten Mal an.
Später erkundeten wir noch gemeinsam Enkhuizen, schlenderten durch die Stadt und gönnten uns zum Abschluss ein Eis. Danach durften alle entweder auf eigene Faust weiter durch die Stadt ziehen oder zum Schiff zurückkehren. Am Abend gab es ein gemeinsames Abendessen. Kurz danach nahm ein kurioses Schauspiel seinen Lauf: Martins Crocs wurden „entwendet“ und dienten als Spielobjekt. Jung und Alt jagten sich gegenseitig die Crocs ab – zeitweise mussten sie sogar aus dem Wasser gerettet werden. Als schließlich auch der letzte Croc geborgen war, begann der erste Teil des Spieleabends, den Lukas und Julius vorbereitet hatten. Der Tag klang für die einen in geselliger Runde aus, für die anderen mit wohlverdientem Schlaf – denn am nächsten Morgen hieß es erneut früh aufstehen.
Während einige noch verschlafen unter Deck saßen, standen andere schon wieder vorn am Bug und ließen sich von den Wellen nassspritzen. Unser Tagesziel war Makkum. Unterwegs lenkte uns nicht nur Skipper Henry, sondern auch Harald Martini sowie weitere Sänger sicher durch das Wasser. Manche nutzten die Fahrt – trotz der starken Wellen – zum Schlafen oder Spielen unter Deck, während andere die Zeit an Deck genossen.
Nach der Ankunft in Makkum und dem Anlegen zog es viele noch einmal auf den Deich zum Spielen, während andere bereits mit den Vorbereitungen fürs Abendessen begannen. Schon von Weitem konnte man den Duft des Hähnchengeschnetzelten riechen, das später in Wraps serviert wurde. Nach dem Essen gab es ein kniffliges Quiz, das Christian vorbereitet hatte. Es brachte viele an ihre Wissensgrenzen – und überraschenderweise belegten nicht die Ältesten die ersten Plätze, sondern die Jüngeren.
Am nächsten Tag wollten wir früh los, um noch vor der Ebbe in die Nordsee zu gelangen – wie Henry am Vorabend angekündigt hatte. Das Tagesziel: Texel. Nach dem Frühstück ging es zügig los. Unter Motor verließen wir durch die Schleuse das IJsselmeer und erreichten die Nordsee. Während sich einige auf dem Oberdeck entspannten, halfen andere beim Vorbereiten der Segel. Sobald wir offen auf See waren, setzten wir gemeinsam die Segel. Da der Wind jedoch aus Richtung Texel kam, mussten wir mehrere Kehren machen – was den Einsatz vieler Hände erforderte. Während einige mit anpackten, nutzten andere die Fahrt für ein Nickerchen oder kleine Spiele an Bord.
Nach einer langen und teils anstrengenden Fahrt erreichten wir schließlich Texel. Nachdem alles gesichert war, ging es gemeinsam zum Strand. Einige genossen die ersten Sonnenstrahlen der Fahrt, andere wagten sich ins Wasser. Einige blieben noch länger, um Krebse zu fangen. Zurück an Bord wurde gegrillt. Das Krebse fangen hat aber unter den Sängern ein kleines Feuer entfacht, sodass nach kurzer Zeit mit Eimern versucht wurde, Krebse von der Kai-Mauer zu sammeln, jedoch ohne Erfolg. Oliver ließ sich sogar dazu überreden, ins Wasser zu springen, um einen Krebs einzusammeln. Eine kleine Gruppe zog nach dem eher nüchternen Ergebnis noch einmal los zum Strand, um weitere Krebse zu suchen. Als alle wieder an Bord und das Geschirr gespült war, folgte der zweite Teil des Spieleabends, und der Tag endete in gemütlicher Runde.
Am nächsten Morgen mussten wir noch früher los als bisher – der Wind sollte zunehmen, und durch die Ebbe waren hohe Wellen zu erwarten. Bereits im Hafen setzten wir die Segel, um dies nicht im offenen, windigen Wasser tun zu müssen. Mit Rückenwind ging es dann zurück Richtung Harlingen. Der Regen war so heftig, dass selbst wetterfeste Kleidung kaum Schutz bot – viele suchten deshalb Schutz unter Deck. Auf der gesamten Strecke begegnete uns kein weiteres Segelboot – nur einige Fischerboote trotzten dem Wetter.
Erst zurück im Hafen sahen wir wieder andere Boote. Beim Anlegen kam es dann zum größten Zwischenfall der Reise: Durch den starken Wind wurden wir gegen die Mole gedrückt. Dabei wurde das Ruder beschädigt, das dem Druck nicht standhielt – auch die Schiffsschraube wurde in Mitleidenschaft gezogen. Simon und Henry, die Crew der Utopia, mussten das Ruder sichern und über das Deck holen – mit Hilfe einiger Freiwilliger. Währenddessen begannen wir bereits mit dem Essen und dem Packen. Schließlich wurden die Autos geholt, das Gepäck verstaut – und zum Abschied sangen wir gemeinsam „Glück auf“, bevor wir die Heimreise antraten.
Trotz wechselhaftem Wetter und kleinerer Pannen haben wir als Gruppe gut zusammengearbeitet, uns gegenseitig unterstützt und viel gelacht. Es war eine Fahrt mit vielen besonderen Momenten, die den Zusammenhalt gestärkt und für eine Menge schöner Erinnerungen gesorgt haben.